

Boho, lange nichts mehr von mir hoeren lassen, aber ich war auch mehr als beschaeftigt. Richies TBW macht mich ziemlich fertig, zudem sind es nur noch 3 Wochen bis Weihnachten und demnach nur noch 5 Wochen bis zu den Klausuren *bibber*.
Ausserdem hatte sich fuer Donnerstag hoher Besuch angekuendigt, meine Eltern und mein allerliebstes Rosinchen Sabine wuerden ihren Weg zu meinem kleinen bescheidenen Haeuslein finden.
Ich sammelte sie alle also in ihrem Mietwagen auf dem Weg zur Uni ein, fast waeren sie doch glatt an mir vorbei gebraust, hatte aber auch einen technisch unguenstigen Haltepunkt als Treffpunkt auserkoren. Wir haben uns direkt auf den Weg zu Gwen in unser unheimlich gemuetliches B&B gemacht, wo sie erstmal alle ihre Schaetze ausgepackt haben. Ahhhhhhh, Vollkornbrot, Chocoreale, Duftkerzen, Kekse, Klamotten und Brotbackmischungen, was will der Deutsche in Irland wohl mehr...? Genau, *Mamba*, aber das wurde natuerlich auch pflichtgetreu mitgeliefert. Vom B&B ging's dann direkt zum Campus und meinem wunderbaren und heimeligen Wohnhaus, in dem meine interessierten Mitbewohner es gerade mal 2 Sekunden schafften ihre Blicke vom Fernseher abzuwenden und hallo zu sagen. Alles wurde ausgiebig bestaunt und dann ging's ab zum Inder, der wunderbar fuer uns kochte. Danach wollten wir noch auf ein kleines Pint in's Hurlers, fanden es dort aber ungemuetlich und so haben wir Papa und Mama ins Bettchen geschickt und uns selbst auf den Fussmarsch zurueck gemacht und am Venus 24h Computerlab eine kleine excessive Internetpause eingelegt.
Am Freitag besuchte Sabine dann sehr tapfer mit mir meine 9 Uhr Vorlesung zum europaeischen Recht, die auch sehr gut war, packte dann aber in der Methodenlehre danach etwas gelangweilt ein Buch aus, da sie dem Diktierfluss der Dozentin mit einem starken Kerrydialekt nicht wirklich folgen konnte, so wie die meisten anderen im Hoersaal auch nicht.
Den Vormittag verbrachten wir dann mit den Oelschen und einer Rundtour ueber den Campus, einem Lunch im campuseigenen Pub "Scholars" und begannen dann einen 2 stuendigen Fussmarsch am Shannon entlang nach Limerick. Ein wunderschoener Weg, er laesst sich aber mit dem Fahrrad in 20 min. befahren.
In Limerick angekommen kehrten wir erstmal in ein kleines Cafe ein und stillten den Tea und Scones Hunger um dann in einen exzessiven 'Shop til you drop Rausch' bei Pennys zu verfallen aus dem sich Papa gar nicht mehr losreissen konnte und Mr. Visa beinahe Insolvenz anmelden musste.
Um 7 rief dann Richie zum freitaeglichen total body workout, zu dem ich Mama und Sabine natuerlich gleich mitschleppte. Sehr amuesant die beiden da hinter mir rumhopsen zu sehen. Dinner gab's dann beim Italiener 'Fat Zoe's' in Limerick, sehr angenehm und wunderbar warm und lecker.
Den Samstag starteten wir frueh, wir wollten ja eigentlich die Faehre um 10:30 von Galway nach Inishmore, der groessten der Araninseln bekommen. Leider stellte sich heraus, dass die Faehre von Rossaveal fuhr, so dass wir unser Vorhaben um einen Tag verschoben und statt dessen beschlossen Galway naeher unter die Lupe zu nehmen und den Cliffs of Moher einen Besuch abzustatten. Wir suchten also ein B&B und wurden auch bald fuendig. Von aussen sehr nett, innen lauter Plakate aus alten Filmen und zwei wunderbare Hunde die auf den Namen 'Marilyn Monroe' und 'Elvis' hoerten. Sehr zu Sabines amuesement bestand das Flurlicht aus einem Skelett mit einer morbiden Aufschrift. Ueber dem einen Bett hing ein Filmplakat von 'Al Capone', ueber dem anderen ein Plakat mit zwei knutschenden in einer Bar. Ausserdem ein Herbergsvater, der sich tierisch ueber den Sieg der Englaender ueber die Australier im Rugby Worldcup aufregte und auf Mamas Kommentar man finde ueberall in der Welt nette Leute antwortete 'but not in fucking England'.
Wir machten uns also dann auf in die Stadt, durchforsteten den Biomarkt, shoppten til wir droppten bei Pennys und umgingen so jeden Schauer. Gegen zwei machten wir uns dann auf zu den Cliffs, wir hatten mit einer Stunde Fahrtzeit gerechnet, aber im Endeffekt dauerte es auf den wunderbaren Strassen in Irland ca. 2 h, da wir uns auch noch verfahren haben. Dies fuehrte zu einer kleinen Krise in unserem wunderbaren kleinen Toyota, die aber durch den wunderbaren Sonnenuntergang den wir an den Cliffs erleben durften wieder wettgemacht wurden. Wer sich unter den Cliffs nichts vorstellen kann hier bitte:
es lohnt sich wirklich. Auf den Rueckweg stoppten wir dann noch bei O'Briens Pub fuer ein kleines Abendessen und endeten dort vor dem Kamin, nicht wirklich entschlossen wieder in unser seltsames B&B zurueck zu kehren. Schliesslich rafften wir uns dann aber doch auf, hielten unterwegs auch nochmal um den wunderbaren Sternenhimmel zu sehen, es gibt nirgendwo auf der Welt so viele Sterne zu sehen wie in Irland, fuhren dann nach Galway in die Stadt und kehrten in ein Pub mit traditioneller irischer Livemusik ein. Irgendwie wollte aber keine so richtig gute Stimmung aufkommen weshalb wir uns dann bald auf den Weg in unsere Heia machten, nicht ohne vorher beim Offlicence zu shoppen und dort ein wenig alkoholisches Gesoeff zu erstehen, das Sabine dann alleine im B&B vor dem Fernseher mit hochrotem Kopf und leicht beschwippst wegsueffelte.
Am Sonntag fuhren wir dann mit dem Auto nach Rossaveal zur Faehre und hatten strahlendes Wetter. Wunderbar warm und genial. Auf der Faehre selbst wurde Papa etwas bleich im Gesicht, naja, gelb trifft es eher und schien ziemlich froh darueber zu sein nach 45 min. wieder festen Grund unter den Fuessen zu haben. Auf Inishmore angekommen mieteten wir uns ein paar Fahrraeder und begannen so die Insel zu erkunden. So speziell an den Araninseln ist, dass sie eigentlich voll mit Steinen sind. Die Bewohner haben vor hunderten von Jahren angefangen mit Seealgen die sie auf den Steinen verteilt haben und verrotten liessen Erde zum Ackerbau geschaffen und mit den Steinen drumherum tausende von kleinen Steinmauern gebaut. Inis More ist die groesste der Inseln mit ca. 900 Bewohnern. Touristen ist es nicht erlaubt mit dem Auto auf die Insel zu kommen, so dass man dort wunderbar Radfahren und Spazieren kann ohne von Autos belaestigt zu werden. Wir haben eine kleine Rundtour um die Insel gemacht, an der Seehundkolonie vorbei, leider waren die Seehunde nicht da, durch die wunderschoene Landschaft zu Dún Aengus, einem Steinfort das mit dem Ruecken direkt an steil abfallende Klippen grenzt. Ein sehr beeindruckender Ort. Die Araninseln gehoeren zur Gaeltacht, den Orten an denen fast ausschliesslich noch Gaelisch gesprochen wird, d.h. die meisten Schilder sind fuer uns nicht zu verstehen. Die anderen beiden Inseln Inis Meáin und Inis Óirr sind wesentlich kleiner mit jeweils ca. 300 Einwohnern und nur von Inis Mor mit der Faehre zu erreichen. Beruehmt sind die Araninseln fuer ihre Strickpullover und Fischerei.
Leider waren unsere Raeder nicht erster Klasse, so dass Papa einige Male einen Tobsuchtsanfall bekam weil seine Kette an jedem kleineren Berg einen Abflug machte und auch die Gangschaltungen nicht wirklich die Funktionen erfuellten, die sie versprachen. Auch auf Inis Mor erlebten wir einen wundervollen Sonnenuntergang bevor wir uns wieder an Bord der Faehre begaben die uns zurueck nach Rossaveal brachte.
Auf der Fahrt zurueck nach Limerick testeten wir dann einige Restaurants fuers Abendessen an, mussten aber jedesmal wieder das Lokal verlassen weil es einfach furchtbar nach Fisch roch, was Mama und mich ganz schwindelig machte, bei Sabine aber den Fischhunger weckte. Nach langem Suchen und 50 Meilen Fahrt wurden wir dann schliesslich in Ennis fuendig und konnten von dort beruhigt unseren Weg nach Limerick mit vollem Magen fortsetzen.
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