Ich habe es tatsaechlich geschafft mir einen Ferienjob in einem Kaff mit nur 500 Einwohnern zu besorgen, Fiera di Primiero heisst das Ding und ist die kleinste Kommune Italiens. So klein, dass selbst Edingen-Neckarhausen wie eine Grossstadt wirkt.
Der Unterschied hier ist, dass auf jeden Einwohner 3 Touristen kommen.
Fiera ist eine Kommune, die besonders durch Unerwartetest auffaellt, die unerwartet schlechten Arbeitsbedingungen, der Regen, der unerwartet ploetzlich aus wolkenlosem Himmel faellt, und unerwartet oft, mindestens einmal am Tag, die unerwartete Kaelte, 15° in Italien im Hochsommer, der unverstaendliche italienische Dialekt, und besonders die unerwartet hohen Preise fuer alles was Spasst macht und gut schmeckt. Unerwartet war aber auch die schoene Aussicht auf die Berge, wenn sie nicht nebelig verhangen sind und die Naehe zu Venedig, dazu spaeter mehr.
Hier bin ich also Kinderanimateurin, 6 h am Tag, wobei der Direktor mit seiner charmanten Art "du arbeitest ja nie, sondern isst den ganzen Tag nur Eis" die zwei Praktikantinnen aus Venedig verjagt hat, so dass ich jetzt 4h Kinderanimateurin bin und 2h Rezeptionistin, ein einem Hotel dass ich nicht einmal Herrn Berlusconi empfehlen wuerde, Herrn Stoiber dagegen sehr. Das Hotel besteht eigentlich aus 2 Hotels, einem **** und einem *** Garni, koennts ja mal abchecken www.hotelrelaisorsingher.it, so schlecht wie die Homepage ist auch die Organisation, Ueberbuchungen, Zimmer ohne Balkon obwohl mit Balkon reserviert wurde etc. so dass einige Familien sogar schon in einem ranzigen alten Appartment untergebracht wurden, in dem sonst die Bediensteten wohnten. Man kann sich also vorstellen, dass viele Gaeste hoch zufrieden mit den Leistungen sind.
Trotzdem finde ich's sehr amuesant hier, denn durch die schlechte Organisation hoert man die Bediensteten wunderbar viel schimpfen, so dass ich mein Repartoire an ital. Schimpfwoertern verzehnfachen konnte, und da ich mich wirklich in Italien befinde lerne ich endlich auch richtig sprechen. Ausserdem gibt's einige sehr nette Bedienstete, die Kohle stimmt und es sind ja auch nur noch 2 Wochen, etwas weniger, bis ich mich im wunderschoenen Brixen wiederfinde.
Vorgestern war ich am Laghetto Welsperg, auf dem auch Tretbootfahren moeglich ist. Dort im besten Ausblick vom Restaurant aus stiegen ein Rabbi und seine Frau, trotz des schoenen Wetters vollbekleidet aus dem Tretboot, das versuchte einen Abflug zu machen. Der Rabbi hielt seine Frau im Arm und das Boot im anderen, und kippte in Zeitlupe mit Boot und Frau, unter dem allgemeinen Beifall der Zuschauer ins kniehohe Wasser, vollbepackt mit Handy, Handtasche und Digitalkamera, woraus beide laut um Hilfe schreiend von fleissigen italienischen Helfern und den Zurufen der vollbesetzten Restaurantterasse gerettet wurden.
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