Wednesday, November 15, 2006

Invasion aus München


Am letzten Freitag, den 11.11. wurde Brixen von drei fast echten Bayern eingenommen.
Anselm, Bine und Claudia fuhren mit 15 minütiger Verspätung - typisch Trenitalia - am Abend ein. Nach einem kurzen Aufenthalt im St. Michael Studentenwohnheim begab man sich auch gleich in die Stadt um den Rest der Chinagang einzusammeln. Auf dem steilen Stück zum Gattererhof in Kranebitt kam unsere Crew dann doch ganz schön ins Schwitzen und musste den Gerd (mitfahrenden Professor) doch glatt darum bitten als Letzter zu gehen oder das Tempo etwas zu drosseln.
Nach diesem anstrengenden Spaziergang labte man sich an vorzüglichen Schlutzern, Kasknedln und Keschtn, sowie an Surfleisch und herrlichen Würsteln. Dies alles wurde fleissig mit Epflsaft und einigen Litern Wein begossen.
Im Anschluss waren die Damen und Herren Chinareisende so voll, dass sie erstmal einen Verdauungsspaziergang ins Tal exerzieren mussten. Unten angekommen zerfiel die angeheiterte Gruppe (aber nicht betrunken, schließlich sollte am Samstag noch was gearbeitet werden) in viele Bettgeher und ich brachte Anselm und Binal (bayrisch sprich Binerl Anmerkung d. Autorin) ins Matratzenlager des St. Michael, wo man sich die Nacht mit lustigen Kissenklauspielen um die Ohren schlug.
Nach einem ausgiebigen Frühstück begab man sich schließlich am Samstag in die Uni, wo der Gerd mit sehr pädagogischen Spielen die Nachbereitung der Reise betrieb. Man hatte viel Spaß, hat viel gelacht und unsere Münchner Gäste ordentlich neidisch gemacht; einen elektrischen Fensteröffner hatten sie in ihrer FH wohl noch nicht gesehen...Auch das Essen in der Mensa mundete, obwohl die SiSSler mal wieder alles blockierten und die guten Dinge eigentlich schon verzehrt waren. Nach getaner Arbeit entschloss man sich noch die Brixner Altstadt unsicher zu machen und landete schließlich in der prestigeträchtigen In-Kneipe "Testa Rossa" in der man in einer lustigen Gesprächsrunde noch einige alkoholischen Getränke zu sich nahm.
Zum Essen ging's dann zurück zu St. Michaels und seinen netten Bewohnern; schließlich ist ein modernes Studentenwohnheim genauso gemütlich und zweckmäßig eingerichtet wie ein Restaurant. Während die Chefköche ihre Süppchen kochten und die Löffel schwengten zog sich der Gerd erstmal zum Nickerchen auf mein Bett zurück, auch eine interessante Erfahrung....
Bei Pizzettine, Ravioli mit Schinken-Sahne-Soße, Pasta al Forno und Tiramisù alla Danielas Papa, kreisten die Gedanken und Gespräche um den netten Abend und die geplanten Reisen der Brixner und Münchner in die jeweils andere Metropole. Nach dieser Wunderbaren Nahrungsaufnahme hatten fast alle ein bisschen Magenweh und so beschloß der Gerd, dass die beste Medizin um diesem entgegenzuwirken, die Aufnahme von Wein sei. Also machte man sich auf in die Weinbar am Hotel Elefant, um dort witzelnd, über soziologische Fragen diskutierend und Sms-an-scharfe Typen-Sendeberatung durchführend, den Abend ausklingen zu lassen. Schließlich wurde man sogar recht rüde von den beiden Kellnerinnen, die sich den ganzen Abend nicht blicken liessen, zur Sperrstunde des Lokals verwiesen. Immer noch in Feierlaune und inzwischen männlich verstärkt durch den Obertheologen Enrico und den Ungarn Micha, machten sich die ganz hart gesottenen auf weiterzufeiern, wurden jedoch von der Sperrstundenregelung der Gemeinde Brixen bitter auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Also schlich man sich ins St. Michael, wo man bei einem weiteren Fläschchen Bier die Klampfe auspackte und den ein oder anderen Schlager zum Besten gab, chillte und schließlich den Abend mit einer weiteren Kissen-Klau-Orgie beendete.
Der Sonntag brachte ein schönes Frühstück und noch schöneres Wetter mit sich, so dass die meisten der gemeinen Chinareisenden sich auf machten, die Alpenmetropole Brixen bei Tage zu besichtigen und dann den langen Weg entlang des Eisack zum Kloster Neustift zu wagen. Es wurden einige Diebstahle in den angrenzenden Apfelplantagen verübt, das Kloster durch perverse Bilder geschändet und allgemein über den langen Fußweg geklagt.
Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken am Nachmittag, beschlossen dann die Münchner das Weite zu suchen und machten sich auf, den langen Weg in die Heimat anzutreten.

2 comments:

Anonymous said...

Auf dem Regenbogentagebuch tut sich auch nicht viel. Stattdessen wird sich über meine falsche Datumsangabe lustig gemacht! Schönes WE, Mentalo

InsideOut said...

Tja mein lieber Mentalo, ich warte eben auf wichtige Ereignisse in meinem Leben, möchte meine Leser ja nicht langweilen.... ;-9