Sunday, July 15, 2007

Overboard

Gestern begab sich die Franzi zum ersten Mal in ihrem Leben ins Ahrntal. Um 7:30, also zwei Stunden bevor sie ihre geistigen Fähigkeiten auch nur ansatzweise nutzen kann, begab sie sich zum vereinbarten Treffpunkt und wartete auf ihre Kollegin, die sich für diesen Tag als Fahrer angeboten hatte. Nach drei Zwischenstopps in Milland, Köstlan und St. Lorenzen (hier säumten Schilder mit der Aufschrift „Süd-Tirol ist nicht in Italien“ die Straßen) waren schließlich alle Bibliothekskollegen verladen und man fuhr weiter nach Sand in Taufers um sich dort auf die Ahr zu wagen und die Gefahren und Aufregungen einer Wildwasserfahrt auf sich zu nehmen. Zuerst jedoch bedurfte es der nötigen Ausrüstung und alle 5 Bibliothekare wurden in äußerst figurbetonende, wohlduftende und bereits vorbefeuchtete Neoprenanzüge gesteckt, bekamen sehr bequeme Neoprenschuhe und grell leuchtende Schwimmwesten. Anschließend fuhr man, gemeinsam mit einer deutschen Touristengruppe an den Fluss, wurde mit einem modischen Helm ausgestattet und bekam eine kleine Einführung auf dem Trockenen in die Handhabung der Paddel, den richtigen Sitz und die Sicherheitsanweisungen, die für ein Überleben auf den wilden Gewässern der Ahr von Nöten waren.

Dann ging’s mit dem Boot ins Wasser und keine zwanzig Meter weiter ging die Franzi gemeinsam mit ihrer Chefin über Bord als das Boot auf einen Stein auflief und kippte. Die Wassertemperatur von 6 Grad war dank der Neoprenanzüge gut zu verkraften und sogar ziemlich erfrischend. Ein paar Meter weiter beim nächsten Stein fiel dann auch fast der ganze Rest der Crew ins Wasser. Man lieferte sich Wasserschlachten mit den anderen Booten, übte Schwimmen, in dem sich von einem Stein in die Fluten stürzte, watete hinter einen Wasserfall, wurde ein paar mal von den freundlichen Kollegen ins Wasser geworfen, paddelte mit dem Boot unter einen kleinen Wasserfall und lies es voll laufen, machte eine kleine Wanderung durch den Wald und konzentrierte sich ansonsten auf die Anweisungen des Guides, ebenfalls ein Bibliothekar aus Brixen, der die kleine Bibliotheksgruppe sicher durch die Fluten steuerte und gegen Ende selbst noch baden gehen musste. Eines der Highlights war der 2m hohe Wasserfall, den sich die gesammelte Mannschaft im Boot hinunter stürzte.

Nach zwei Stunden war die Tour leider schon vorbei und alle Rafter wurden zurück nach Sand in Taufers transportiert.

Mehr Fotos in der Flickr-Badge.

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