Monday, February 27, 2006

Joburg die Zweite


Joburg, ich war endlich da.... und es war gar nicht so schrecklich sondern eher schoen.

Am Freitag frueh gings los, um 8 mit dem Topsy Truck, wir sassen zu dritt in der Fahrerkabine, ob das so ganz legal war.... und um 10 waren wir endlich da. Karabo, der Fahrer hat uns netterweise direkt vor dem Museum Africa rausgelassen. Das Museum war ne ziemliche Enttaeuschung und hat zum Glueck keinen Eintritt gekostet. Fuer alle diejenigen unter Euch, die an Geologie interessiert sind ist's bestimmt ne Fundgrube.

Von dort ging's weiter zum Oriental Plaza, einer riesigen Shopping Mall mit ausschliesslich indischen Geschaeften. So leckere Gerueche und bunte Outfits hab ich in meinem Leben vorher noch nicht gesehen. Von dort gings dann mit dem Taxi, die Leute sagten es waere zu gefaehrlich zum Laufen, zum Carlton Centre, dem hoechsten Gebaeude in Africa von wo wir aus dem 50. Stock den Ausblick ueber Joburg geniessen konnten. Ausserdem bekamen wir zwei Visaanfragen und drei Heiratsantraege - wir werden echt immer erfolgreicher!

Unter dem Carlton Centre befindet sich die Smal Street Mall, die sich ein bisschen wie eine Fussgaengerzone durch Joburgs Center schlaengelt. Sie war rappelvoll mit allen moeglichen Leuten aus allen moeglichen Laendern, aber ich meine wir waren fast die einzigen Weissen. Wir haben uns koeniglich amuesiert bis Saskias Bekannter Walter kam um uns abzuholen. Bei Walter und Sandy und ihren zwei Jungs Dylan (11) und Alex (4) sollten wir uebernachten. Walter ist vor 22 Jahren aus Deutschland ausgewandert und Sandy ist Suedafrikanerin mit Schweizer Eltern. Alex und Dylan wachsen zweisprachig auf, und Alex spricht eine herrliche Mischung aus Englisch und Deutsch: "And when da sind monsters under my Bett, ich close the door zu mich secure machen." - er schlaeft noch in einem Gitterbett. Die Familie lebt in einem total bewachten Stadtviertel, mit elektrischem Tor am Eingang der Strasse und 3 Wachhunden in Bez Valley in einem wunderschoenen alternativen Haus mit Blick ueber Joburg und einem riesigen Garten mit Baumhaus in dem wir eigentlich schlafen sollten. Aber als Saskia auf der dritten Stufe der Leiter stand verkuendete sie mir sie koenne wegen ihrer Hoehenangst keinen Schritt weiter klettern, so dass dieser Plan ins Wasser fiel. Umgestellt wurde dann auf Zelt, naja, ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es dann regnete.

Abends fuhren wir mit der ganzen Familie zu Guenther und Birgit, das ist Walters Bruder mit Frau, die ein voll krasses Haus mit Grundstueck, Grillhaus und Pool in einer der teuersten Gegenden Joburgs, der de Klooft Str. haben. Deren Wachhund heisst Bully und ist ein 8 Wochen alter Staffordshire, der Dylan erstmal gleich zur Begruessung ins Bein kniff. Bei einem wundervollen Brai, das ist das afrikanische Grillen - also der Buren, mit Bratkartoffeln und lecker Chillisosse, nach dem ganzen Pap ein Genuss, gings nach Hause und zu Walter und Sandy auf die Wohnzimmerluftmatratze, jeder mit einer Katze im Arm und einem Hund auf den Fuessen.

Am Samstag hat uns Walter zum Brumamarket gebracht auf dem es allerhand afrikanische Crafts zu kaufen gibt. Leider waren die Haendler sehr aufdringlich und die Crafts alle mehr oder weniger die gleichen, trotzdem haben wir zu niedrigsten Preisen gut eingekauft. Am Nachmittag hat uns Birgit dann in ihrem 4x4 Landrover mit in die Hooglands genommen, zu einer Beautyfarm in der Naehe von Pretoria wo sie immer ihr Wasser kauft. Die Landschaft war echt wunderschoen, aber wer faehrt schon 2 h durch die Gegend fuer seine Lieblingswassermarke? Abends wurden wir zum Italiener eingeladen.

Am Sonntag wurden wir um 7h von Dylan und Alex geweckt, die zu uns auf die Matratze kamen um noch etwas zu kuscheln und Dinosaurierbuecher zu lesen. um 8 hatten die Jungs dann die Idee ihre Eltern mit einem Obstsalatfruehstueck zu ueberraschen, und da sie uns ja nun schonmal geweckt haetten waere es ja nicht zuviel verlangt uns aus dem Bett zu schwingen und mit zu helfen. Der Obstsalat war uebrigens excellent.

Danach hat uns Sandy dann mit auf den Rosebank Mall Flohmarkt mitgenommen, ein Flohmarkt auf dem man wirklich alles kaufen kann was das Herz begehrt, und natuerlich sehr viele Dinge die man eigentlich nicht braucht... Es gibt jedoch keine gebrauchten Gegenstaende, alles ist neu. Besonders beeindruckend war eine aeltere Dame die Haarwachs anpries, also zum Entwachsen, und der armen Sandy einfach im Vorbeigehen die Armbehaarung entriss. Um uns zu zeigen wie das ganze in der Bikinizone funktioniert rekrutierte sie zwei suedlaendisch aussehende Herren und bat um derren Brust bzw. Armhaare, die auch gleich sehr bereitwillig zur Verfuegung gestellt wurden. Witzig war als die Herren, nach getaetigter Demonstration und Entwachsung ihre Gattinen anschleppten und sie gut mit dem angepriesenen Wachs versorgten.

Wieder bei Topsy angekommen wurden wir gleich von den Kindern und den zwei neuen Freiwilligen, einem Ehepaar aus New York, die neulich mit Herrn Clinton zu Abend assen und leider nur eine Woche bleiben, bestuermt. Man lernt schon interessante Menschen kenne, so auf Reisen...

Liebe Gruesse aus dem Land mit der Kaeltefront, 20 Grad, bibber

Franzi

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