
Saubona liebe Leute, (das ist Zulu und heisst guten Tag, guten Morgen, guten Abend und wie geht's)
es ist schon wieder fast zwei Wochen her seit ich mich gemeldet habe, und weil alle anderen hier immer fleissig schreiben habe ich jetzt schon ein richtig schlechtes Gewissen. Man muss zu meiner Ehrenrettung aber sagen, ich hatte gestern eine echt tolle lange Mail geschrieben als sich der Computer ploetzlich von alleine ausschaltete....
Tja, also letztes Wochenende waren wir doch tatsaechlich in Joburg, so wird Johannesburg von den Einheimischen genannt. Um 5:45 sollte es losgehen, man kann sich gar nicht vorstellen wie frueh das ist. Wir sind ja noch eine Stunde vor euch. Tja, da wir in Afrika sind ging's dann tatsaechlich erst um 6:15 los, da haette ich ganze 30 min. laenger schlafen koennen!!!
Aber der Bus voller Damen war durchaus guter Laune, wir fuhren naemlich in einen Vorort von Joburg zu einer Gesundheitsausstellung wo Topsy ueber ihre Arbeit und Projekte aufklaeren sollte. Zudem verkauften die Naeherinnen und Perlenpuppenmacherinnen ihre Produkte. Nach endlosen Stunden im Stau und in er Hitze kamen wir dann schliesslich am Hauptquartier an wo wir die Produkte abholen sollten. Was soll ich sagen, es war natuerlich keiner da der uns die Tuere aufschliessen konnte, die Damen hatten es nicht richtig abgesprochen und so warteten wir noch 30 min in einem immerhin wunderschoenen Park mit Enten.
Schliesslich ging's dann los zur Ausstellung, dumm nur dass keiner wusste wo sie war. Aber das ist wohl hier so, man lebt so ein bisschen nach dem Motto kommste heute, kommste morgen...
Nach hektischer Rumtelefoniererei der Fahrerin mit den anderen Topsyfahrern und im Bus aufkommender Partystimmung ward dann die richtige Ausstellungshalle gefunden und Elisa (die Fahrerin) machte sich mit Anneke und mir auf nach Joburg. Es ging durch tausende von Vororten, die alle praechtig Villen, wundervolle Gaerten und fette Haeuser zur Schau stellten, allerdings hinter hohen Mauern mit Stacheldraht und Schildern die vor einer "armed response" und Security Firmen warnten. Ich moechte mir nicht vorstellen was passiert wenn man sich uneingeladen so einem Haus naehert. Auffaellig war, dass kein Mensch zu Fuss unterwegs war, alles recht friedlich wirkte aber selbst die Grundschulen hinter so vielen Drahtzaeunen verschwanden, dass sie europaeischen Hochsicherheitsgefaengnissen glichen.
Elisa fuhr mit uns durch die Joburger Innenstadt zum Oriental Plaza, dem asiatischen Viertel. Es roch wundervoll, ein indisches, thailaendisches und chinesisches Restaurant nach dem anderen, Anneke und ich wollten nur noch dem heissen Bus entfliehen und uns sattessen. Aber Elisa sagte wir sollten drin bleiben, Fenster und Tueren gut abschliessen und ja aufpassen bis sie ihre Besorgungen erledigt haette, fuer Weisse sei's zu gefaehrlich. Und die Typen, die dann um den Bus schlichen wirkten auch nicht so ganz geheuer.
Nach den Erledigungen fuhr uns Elisa an einen sicheren Ort, der sich leider als eine riesige Mall entpuppte, die zwar sicher sind, aber dafuer sehr steril und bewacht. Immerhin gab's dort alles was das Herz begehrt, aber ein wenig Abenteuer war nicht zu finden.
Zurueck ging's dann mit einem Haufen voll aufgeregeter Naeherinnen die die ganze Rueckfahrt voller Vorfreude von einem Abendessen bei KFC (Kentucky Fried Chicken - Huehnchenfastfood) sprachen, wo wir dann natuerlich auch prompt hielten um ihre Beduerfnisse zu befriedigen.
Unter der Woche war ich viel mit der Krankenschwester Sr. Nonjane, ich bin uebrigens Sister Franziska, und der Sozialarbeiterin Elizabeth unterwegs. Mit Elizabeth habe ich versucht eine Geburtsurkunde fuer den 10 Jaehrigen Lucky zu bekommen, der leider noch keine hatte und ohne nicht bei den Leichtathletikmeisterschaften haette teilnehmen duerfen. Das war ein hin und her, denn die ausstellende Stelle ist in Heidelberg, ca. 30min. im Auto von uns entfernt, und die haben uns permanent falsche Formulare gegeben, so dass wir schliesslich sogar mit seiner Mutter, einer Alkoholikerin die wir in saemtlichen Bars Balfours suchen mussten aufkreuzten, damit die Unterlangen endlich fertig gemacht werden konnten. Mit Sr. Nonjane war ich dagegen in den Communities (Township ist noch aus der Apartheidzeit und abwertend), vor allem in Greydenstadt, das ist ca 20 min. von hier. Nonjane kuemmert sich um die Kranken und Alten, misst den Blutdruck, verteilt ARV (Antiretrovirale Medikamente) und allerhand anderes gegen Husten, AUsschlag etc. Auffaellig ist, dass vor allem die Maenner leiden, auch wenn sie im Vergleich zu den Frauen fast nichts haben. Neulich bat einer mit einer Wunde am Bein um Morphium damit er sein elediges schmerzhaftes Leben endlich beenden kann was mit einem schallenden Gelaechter der ihn pflegenden Damen quittiert wurde.
Ansonsten ist es hier noch sehr interessant, denn Suedafrika hat nicht wie Suedtirol 2 offizielle Landessprachen, sondern ganze 11. Und jeder normale Arbeiter hier spricht zumindest 4 von ihnen, denn Mpumalanga ist eigentlich Zulu Land, also wird Zulu gesprochen, die Weissen sprechen entweder Englisch oder Afrikans und der Rest sind eingewanderte Sothos, die entweder Nord oder Suedsotho sprechen.
So, ich hoffe die Fotos erfreuen euch, im Moment regnet's viel, alles ist gruen und wir haben eine neue Mitbewohnerin, Saskia aus Deutschland.
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