


Hallo liebe Leute, hier kommt mal wieder mein SA update.
Abgesehen vom wirklich sauschlechten Wetter, Temperaturen um die 15 Grad und Dauerregen waehrend der letzten zwei Wochen geht es mir hier nach wie vor prickelnd. Die Kinder sind mir richtig ans Herz gewachsen und ich werde vermutlich mit ihnen zusammen riesige Krokodilstraenen heulen, wenn es am Freitag dann losgeht nach Durban.
Erst muss ich jedoch von meinem wundervollen Wochenende in Joburg erzaehlen. Diesmal ging's schon Donnerstag los, weil der einzige Fahrer Karabo eben diese Woche nur am Donnerstag fuhr. Mal wieder zu dritt vorne auf dem Vordersitz quetschten wir uns bis zur Rosebank Mall in Joburg wo uns Karabo gut gelaunt aus dem komfortablen und warmen Auto mit einem "Good Luck" in den stroemenden Regen entliess. Saskia und ich wollten uns den ganzen Tag in der Rosebank Mall vertreiben, hatten aber unser schweres Gepaeck dabei. Gut sichtbar als Touristen wurden wir von einer Dame der Touriinformation angequatscht und als wir ihr von unseren tierischen Rueckenschmerzen erzaehlten bot sie uns grosszuegig an fuer uns Gepaecklagerungsstation zu machen. Das hat sie tatsaechlich den ganzen Tag durchgehalten und wir haben ab und zu mal bei ihr abgecheckt ob das Gepaeck noch da war, schliesslich sprechen wir hier von Joburg. In der Mall dann das normale Spektakel wenn zwei Maedles shoppen gehen, Hosen an, Hosen aus, Pullis an und aus und nichts hat gepasst, denn die guenstigen Geschaefte haben Klamottenschnitte nur fuer Schwarze, da die dort in der Mehrzahl einkaufen gehen. Ziemlich bescheuert fuer uns, denn 99% der schwarzen Damen hier sind leicht bis ziemlich sehr uebergewichtig und haben riesige Hintern, Baeuche und Brustumpfaenge, waehrend ihre Beine im Vergleich eher duenn sind. Also waren die Klamotten immer an den entscheidenden Stellen viel zu weit.
Nach all diesen Shoppinenttaeuschungen haben wir uns dann mit Kino vergnuegt, dort geht man in SA naemlich tagsueber hin, nachts waere es ja zu gefaehrlich und man kaeme nicht mehr nach Hause, ausserdem schliesst die Mall um 19h. Brokeback Mountain ist ein wirklich schoener Film, wir hatten eher eine Schwule-Cowboy-Schnulze erwartet und wurden positiv ueberrascht. Seht ihn euch an, wenn er dann mal ins Kino kommt.
Dann ging's zum naechstbesten ital. Restaurant den Bauch vollschlagen, da Sandy uns am Telefon gesagt hatte, dass sie dicke Suppe macht. Saskia hat zum Glueck geistesgegenwaertig erzaehlt wir haetten schon gegessen. ;-) Nach dem Essen suchten wir uns ein echtes Taxi, dass uns fuer unglaubliche 150 Rand - ca. 25 Euro zu Walter und Sandy brachte. Wenn man bedenkt, dass ein schwarzes, zwar gefaehrliches Taxi nur 5 Rand kostet ist das wahrer Wucher.
Freitag ging's dann nach Pretoria, das vor zwei Jahren in City of Tshwane umbenannt wurde. Auf jeder Landkarte ist es jedoch noch als Pretoria zu finden, auch die Einheimischen finden den neuen Namen bescheuert, da die Stadt von Pretorius gegruendet wurde. Aber die Dame in der Touriinfo und alle Busfahrer sprechen immer von Tshwane, was etwas verwirrend ist, wir dachten am Anfang wir waeren in der falschen Stadt. Pretoria ist wunderschoen, man kann tatsaechlich ohne Gefahr durch die Strassen laufen - Pech kann man ja ueberall haben. Wir haben dick gefruehstueckt, in Cafes abgehangen, sind mit einem fast auseinanderfallenden Bus zum Unionbuilding, dem Sitz der Regierung gefahren und haben uns einfach einen relaxten Tag gemacht. Walter hat uns morgens dort abgesetzt und abends wieder abgeholt und er hat's tatsaechlich geschafft sich in der Kleinstadt zu verfahren, in Joburg passiert ihm das nie.
Samstag haben wir den super schock Tag gehabt, zwei Stunden downtown Joburg zu Fuss. Man denkt wirklich man wird an jeder Strassenecke ueberfallen, obwohl bei uns gut ging. Aber die Leute schmeissen einfach alles auf die Strasse, immer an die Strassenecke und dort bilden sich dann bis zum Abend sehr streng riechende Muellhaufen, die entweder von der Stadtreinigung oder vom Regen irgendwann beseitigt werden. Es haengt also ein ziemlicher Mief ueber Joburg. Als es dann nach 2 Stunden richtig anfing zu schuetten kam uns Walter mit dem Kommentar abholen:"Also zwei Stunden haetten eigentlich fuer einen ordentlichen Raub reichen sollen..." Suedafrika ist halt nichts fuer Feiglinge. Mittagessen gab's dann in einem super Veganen Restaurant, das so oeko war, dass es selbst mir nicht geschmeckt hat, und das will ja was heissen. Den Nachmittag haben wir auf Walters Couch mit DVDs und Schokolade verbracht, im Regen macht Sightseeing auch irgendwie keinen Spass.
Sonntags hat uns Walter dann zum Apartheidsmuseum in Gold Reef City, etwas ausserhalb von Joburg gebracht. Das Museum ist im Vergleich zu allen anderen Museen hier wirklich auf europaeischem Standart und ziemlich bedrueckend. Was damals alles in Suedafrika abging ist wirklich unfassbar, und noch unfassbarer ist, dass der politische Umschwung fast voellig ohne Gewalt ablief.
Nach dem Schock der Apartheid ging's dann rueber nach Gold Reef City, einem Vergnuegungspark in dem alle Fahrgeschaefte schon leicht angerostet sind und bestimmt durch den deutschen TUEV fallen wuerden. Aber was solls, wir waren nun mal da, das Wetter war fantastisch und wir brauchten etwas Aufheiterung. Am Besten war eigentlich das Riesenrad, in das Saskia einstieg trotz ihrer Hoehenangst:"Mein Gott Franziska, ich glaube es bewegt sich." Auch die Wildwasserbahn war nicht schlecht, denn hinter uns sassen zwei Omis die wie die Wilden bruellten und spaeter dann eine echt fiese Lache auspackten. Lustig war auch, dass Saskia, die nicht mitwollte, weil alle Leute so nass wurden am Schluss wirklich von Kopf bis Fuss eingeweicht war und Walter sie nicht in sein neues Auto einsteigen lassen wollte...
Leider ging der Tag viel zu schnell rum, und jetzt sind wir wieder bei Topsy und wurden fuer die Generalreinigung des Artroomes eingespannt, fiese Arbeit, aber zumindest muss ich nicht mehr Lehrerin sein, denn dafuer bin ich nun wirklich nicht kreativ genug.
Ich melde mich naechste Woche aus Durban,
liebe Gruesse aus dem Schlammloch
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