Thursday, April 13, 2006

Durban, Hluluwe und der Rest 12.04.2006




Hallo liebe Leute,

sorry, dass ich mich solange nicht mehr gemeldet habe, ich hatte leider keinen kostenlosen Emailzugang mehr. Seit vorgestern bin ich nun wieder bei meinen Eltern in Heidelberg und will Euch nun die Geschehnisse der letzten zwei Wochen schildern. Sorry, wenn Eure Mailbox jetzt platzt.

Am Samstag den 1.04. flog ich mit South African Airways nach Durban. Den Flug haette ich fast verpasst weil die Flughafenautobahnausfahrt total gesperrt war, da war wohl ein Unfall mit mehreren Fatalities geschehen.
In Durban angekommen stand gleich der Shuttleservice vom Ansteysbeach Backpackers bereit, der mich sicher zum Hostel brachte. Das Ansteysbeach Backpackers liegt im Durbaner Vorort Bluff direkt am Ansteys Beach, einem geilen Strand auf dem fast nix los ist. Dort habe ich mich dann erstmal 3 Tag in der Sonne gealt, Dvds bis zum Unfallen geguckt und mit den Leuten geschäkert. War eine sehr nette Stimmung dort.
Am Dienstag wurde ich dann von meinem Tourführer Peter zu meiner ersten richtigen Safari abgeholt. Mit dabei waren noch zwei Holländer, Esat und Lieselotte, alle beide in meinem Alter. Im klimatisierten Kleinbus (bei ca. 35 Grad war das auch noetig) ging's dann los die Küste hoch in Richtung Hluluwe (sprich: Schluschlui) -Umfolozi Naturpark. Nadh 3 Stunden fahrt und vielen Pottystops, Esat hatte wohl ein kleines Blasenproblem kamen wir dort an und bestiegen unser offenes Safarigefährt und machten uns auf die Suche nach Tieren. Im Hluluwe war es nochmal um 5-10 Grad heisser als in Durban, so dass wir sehr dankbar ueber den Fahrtwind waren. Den ganzen Vormittag erheiterte uns Peter mit seinen Geschichten, die sehr bemerkenswert waren. An diesem ersten Tag sahen wir ca. 200 Giraffen, die einfach so ueber die Strasse stolzierten, mit Vorliebe in Kurven, sodass wir sie fast umgemeiert hätten. Giraffen haben genau so viele Wirbel wie Menschen, aber einen etwas längeren Hals, falls es euch schon aufgefallen ist. Man kann Männlein von Weiblein durch die Hörner auf dem Kopf unterscheiden, die Männchen haben dort kahle Stellen, die Weibchen volle Haarpracht.Giraffen gehören zu den Lieblingsspeisen der Löwen, die die Giraffen solange jagen, bis diese über ihre komischen langen Beine fallen und ihnen dann an die Kehle springen. Ausserdem lassen sich Giraffen durch nichts aus der Ruhe bringen, auch nicht von 3 verrueckten Touristen, die in ihrem Safariauto vor Aufregung quietschend auf und ab springen.
Desweiteren haben wir an diesem ersten Tag ca 3 Millionen Impalas und Inyalas sowie Gnu und Affen gesehen. Impalas und Inyalas sind zusammen mit Kudus wegen ihres leckeren Fleischs bei Restaurants sehr beliebt, es sind alles Antilopenarten.
Schliesslich durften wir noch zwei Nashoernen aus ca. 5 m. Entfernung bei ihrem Nickerchen zuschauen, ab und zu machten sie mal die Augen auf, aber unser Auto schien sie nicht so wirklich zu interessieren. Im Hluluwe leben White und Black Rhinos. Tatsache ist jedoch, dass beide Nashornarten grau sind. Bei ihrem Namen handelt sich um ein Missverstaendnis zwischen Engländern und Schwarzen. Die White Rhinos haben nämlich ein breites Maul und hiessen daher Wide-mouth Rhinos, was kurzerhand in Wide Rhino abgekürzt wurde. Die Schwarzen verstanden aber immer White Rhino und da dachten sie wohl, wenn eins White ist, dann nennen wir das andere halt mal Black Rhino (Spitzmaul Nashorn). Die Black Rhinos sind um einiges aggressiver als die White Rhinos, und sollte man von einem Nashorn angegriffen werden, die sind ganz schoen schnell, muss man warten bis das Rhino direkt vor einem steht und dann im letzten Moment einen Schritt zur Seite machen, sie sind nämlich fast blind und sehen einen dann nicht.
Dann gab's da noch einige Büffel, die wohl ziemlich nachtragend sind. Peter hat uns von einer Herde Büffel erzaehlt die von Löwen angegriffen wurden. Ein Büffel wurde wohl von den Löwen gerissen während die anderen die Flucht ergriffen. Als die Löwen dann beim Abendessen sassen kamen die restlichen Büffel wohl zurück und haben die Löwen getötet. Dumm gelaufen!
Gegen 17h wurde es dann schon dunkel, so dass wir uns mit unserem offenen Safaribus mit 120 kmh durch einen Wahnsinnssonnenuntergang zu unserem Backpacker der Khumbalani Lodge bewegten (siehe Foto:Sonnenuntergang Hluluwe)
Der zweite Tag begann mit dem Besuch eines African Craft Marktes wo wir unser Tourishopping erledigten und dann zu einem Cheetah (Gepard) Rehab Center fuhren, in dem Cheetahs die als Haustiere gehalten wurden und irgendwann mal kleine Kinder angefallen haben ausgewildert wurden. Dort gab's noch viele andere Wildkatzen, freilaufende Zebra und Antilopen sowie zwei richtig niedliche Kätzchen (s. Foto: Patsy) , mit denen wir spielen und knuddeln durften.
Am Nachmittag ging's dann in die St. Lucia Wetlands, wo man Hippos und Krokodile aus nächster Nähe betrachten kann. Hippos sind die größten Menschenkiller aller Wildtiere in Südafrika. Allein letztes Jahr sind ihnen 6000 Menschen zum Opfer gefallen. Dabei sind Hippos reine Pflanzenfresser. Sie zerreissen einfach nur diejenigen die ihnen zu nahe kommen. Auch Krokodile werden wohl von den meisten Touristen nicht ernst genommen. Ihr letztes Opfer war ein Typ der in St. Lucia fischen war und am Strand eingepennt ist. Aufgewacht ist er nicht mehr, aber man hat ein paar seiner Körperteile zusammen mit den Körperteilen anderer in einem ca. 7 m. langen Krokodil gefunden. Gerade in tiefem Wasser muss man vorsichtig sein, da Krokodile bis zum dreifachen ihrer Körperlänge aus dem Wasser springen können, und das bemerkenswert flink. Peter sagte er hätte schon gesehen wie ein Krokodil Affen aus den Bäumen fängt. In St. Lucia haben wir auf dem St. Lucia river eine Bootsfahrt gemacht und konnten so Hipposfamilien und Hippobabys aus ca. 5 m. Entfernung betrachten. Die stinken ganz schön, die Hippos.
Der dritte Tag begann für uns um 4h morgens, mit einem Sonnenaufgangsdrive durch den Umfolozi Nationalpark. Wir sahen tausende Zebras mit Fohlen, Löwen, aber leider ziemlich weit entfernt, ein paar Rhinos und einen echt fiesen Elefantenbullen, der alle Tiere aus seinem Wasserloch verscheuchte und uns dann eine tolle Waschshow hinlegte.
Es ist so aufregend alle diese Tiere in freier Wildbahn zu sehen und nicht im Zoo, ziemlich unglaublich eigentlich.
Zurück nach Durban ging's dann gegen Abend, wo mich Saskia dann schon im Backpacker erwartete. Die restlichen Tage vergingen wie im Flug, am Strand bei bestem Wetter, in der Ushaka Marine World und Sea World bei einer ziemlich schlechten Delphinshow aber mit unheimlich vielen netten Leuten.
Abschluss meines Urlaubs war dann das Robbie Wiliams Konzert, der Auftakt seiner Welttournee am Montag im ABSA Stadium Durban. Vor ausverkauftem Haus, 55 000 Leuten legte er eine Wahnsinnsshow hin, mit der Bemerkung wir wären das lauteste Publikum seiner Tournee bisher.... Seine Witze wurden danach immer Besser!
Tja, und dann ging's am Dienstag zum Flughafen und von 12h ab sass ich 36h nur im Flugzeug oder auf einem Flughafen, 8 davon in London, wo ich als ich in meinen Shorts aus dem Flugzeug stieg erstmal bitterlich fror.
Jetzt bin ich bis Montag in Heidelberg und verfluche den Regen und freue mich schon euch alle wiederzusehen.

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