Sunday, December 09, 2007

Futterorgie im Wohnheim


Am Samstag erwachte die Franzi recht früh, schmiss die Übernachtungsgäste aus den Federn und bekam eine mittlere Putzattacke. Als sie die Wohnung einigermaßen auf Hochglanz gebracht hatte erholte sie sich noch ein wenig vom vorherigen Abend und machte dann einen kleinen Spaziergang zur Uni. Da Feiertag war hatte diese natürlich nicht auf und so setzte sich die Franzi in die Eingangstürbögen und versuchte eine einigermaßen funktionierende Wi-Fi Verbindung herzustellen. Dies klappte auch ganz gut, bis sie nach ca. 30 min. ob des ständigen Hockens einen kleinen Krampf im Oberschenkel bekam und so marschierte sie zurück in die Wohnung, bastelte ein wenig an ihrer Diplomarbeit und machte sich dann auf ins Wohnheim. Schließlich war die Elke in der Stadt und das musste mit einem gemeinsamen Abendessen zelebriert werden. Ihre Wäsche nahm die Franzi auch gleich mit, im Wohnheim besteht nämlich die Möglichkeit gratis zu waschen.
Das Essen war wie immer eine Gaumenfreude und das Beisammensein mit den Kommilitonen wie in alten Zeiten.

Mit einem neuen Bewohner des Wohnheimes, einem Theologen führte die Franzi dann einige Grundsatzdebatten. Der junge Mann vertrat die ganzen Ansichten der Kirche, auf Grund derer die Franzi für eine Abschaffung eben dieser plädiert: Abtreibungsverbot, Diskriminierung von Homosexuellen, kein Sex vor der Ehe etc. Auch verehrte er die Jungfrau Maria, die wie er selbst sagte eigentlich vor der Ehe mit Joseph fremd-gepoppt hatte. Resultat dieses ‚Ausrutschers’ war dann Jesus, also von wegen unbefleckte Empfängnis. Auch nahm er den Dekan der Theologischen Hochschule Brixen in Schutz, der mit einigen Kinderpornos auf dem Computer erwischt worden war. Er unterstellte der Franzi Unbarmherzigkeit als diese sagte, dass ein solches Verhalten von der Kirche ebenso wie Kinderschändung mit einschneidenden Konsequenzen für die jeweiligen Priester geahndet werden sollte. Er sei der Meinung, dass Menschen einfach nicht unfehlbar wären. Besonders freute sich die Franzi aber als er ihr absprach glücklich zu sein. Wer nicht an Gott glaube kann nämlich kein erfülltes und glückliches Leben führen. Da der angehende Priester sprachlich nicht sehr gewandt war und eigentlich nur über einen bayrischen Dialekt kommunizieren konnte war es der Franzi ein leichtes ihm ordentlich ihre Meinung zu sagen, so dass die Umsitzenden schon fast Mitleid mit dem armen Thor bekamen.
Nach solch einem Highlight des Abends packte die Franzi ihre Übernachtungsgäste ein und machte sich auf den Weg nach Hause um sich reinen Gewissens in das Land der Träume entführen zu lassen.

Mehr Fotos in der Gallerie.

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