Saturday, December 08, 2007

Uniball und Diplomverleihung


Am Freitag musste die Franzi lange vor ihrer normalen Erwachenszeit aufstehen und den Zug um sieben Uhr nach Bozen nehmen. Dort sollte sie im Auftrag der Studentenberatung den ganzen Vormittag bei der Diplomverleihung in der Garderobe beschäftigt sein, wo sie sich um die Jacken und Mäntel der Verwandten und Freunde der diesjährigen Laureanden kümmerte. Unter dieser vor Kälte schützenden Oberbekleidung befanden sich auch einige echte Pelzmäntel, deren Besitzer meist italienischer Abstammung waren, über sechzig und stark nach Mottenkugeln rochen. Es gab jedoch auch einige junge Pelzträger, denen die Franzi gerne einige Geschichten zu ihrem ehemals lebendigen Nerz erzählt hätte, dies aber aus Rücksicht auf ihren Arbeitgeber nicht tat.
Sie hatte außerdem die Möglichkeit sich große Teile der Laureatsfeier anzuhören und stellte auch dieses Jahr fest, dass das Pendant in Brixen weit weniger gut organisiert ist. Die Laureatsfeier in Bozen findet nämlich in der Bibliothek statt und die Laureanden können alle Reden aus dem zweiten Stock über die Brüstung gelehnt mit anhören. Außerdem hat ein Vertreter jeden Studienganges die Möglichkeit eine Rede zu halten. In Brixen können die Studenten aktiv nur an der Diplomübergabe teilnehmen, die Veranstaltung verfolgen sie über Bildschirme oder gar nicht in der Turnhalle und es gibt im Audimax nicht mal genügend Plätze für alle potentiellen Gäste, die Besucherzahlen wurden in den letzten Jahren auf zwei Gäste pro Student beschränkt.

Im Anschluss an die Diplomverleihung half die Franzi dann ein wenig beim Aufbau für den Uniball, der am selben Abend in der Bibliothek stattfinden sollte.
Dann schleunte sie sich um den Zug nach Brixen noch zu erwischen, ein Mittagsschläfchen zu halten, sich aufzubrezeln und dann den Shuttle-Bus nach Bozen zu erwischen. Dies alles klappte ganz hervorragend und so fand sie sich um 21h im Eingangsbereich der Uni Bozen wieder um sich mit ihrem ‚cavaliere’ zu treffen. Die Veranstaltung an sich glich mehr einer Modenschau in Mailand, es wurden einige sehr gewagte Abendkleider zur Schau getragen, die Musik war auch nicht so toll, dass die Franzi in Tanzwut verfallen wäre und so unterhielt sie sich mit alten Bekannten aus Bozen und Brixen. Gegen Mitternacht waren dann alle ehemaligen Bekannten begrüßt, der neuste Klatsch ausgetauscht worden und die Franzi sehr müde. Dem Otti, ihrem Kavalier am Freitag Abend ging es nicht anders und so entschloss man sich die Heimreise anzutreten. Ein Zwischenstopp wurde dann in Bozen noch bei einem Würstel-Imbiss eingelegt in dem die Stimmung allemal besser war als auf dem Ball und dann ging die Franzi erstmal an ihrer Matratze horchen.

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