Die Franzi glaubt ja nicht an Schicksal, aber in den letzten Tagen hat sie sich des Öfteren mal gefragt, ob an dieser Theorie nicht doch etwas dran ist.
Die Franzi möchte nämlich ein Sparkonto eröffnen, eines bei dem man 6,5% Zinsen bekommt. Dafür braucht sie eine beglaubigte Kopie ihres Ausweises. Eine Beglaubigung kann nur von Angestellten der Bank, bei der die Franzi ein Konto hat, oder von der deutschen Botschaft ausgestellt werden. Die Franzi entschied sich also der Einfachheit halber für die Bank. Die Öffnungszeiten dieser sind jedoch alles andere als angestelltenfreundlich. Die Franzi arbeitet täglich bis 17 Uhr, die Bank schließt um 17 Uhr. Die einzige Möglichkeit für die Franzi zur Bank zu gehen ist Mittwochs, wenn sie bis um 16:30 Englischkurs hat, danach lohnt sich die Fahrt ins Büro nämlich nicht mehr.Letzten Mittwoch machte sich die Franzi also auf den Weg zur Bank. Auf halbem Wege stellte sie dann fest, dass sie zwar die Kopie ihres Ausweises dabei hatte aber nicht das Original. Zum Umkehren war es zu spät, so dass die Franzi auf den gestrigen Mittwoch hoffen musste.
Am Morgen war eine furchtbar langweilige Children's Services Conference auf der die Franzi anwesend sein musste. Der Rückweg führte jedoch direkt an Franzis Bankfiliale vorbei und so beschloss sie dort einen Zwischenstopp einzulegen. Da die Parkplätze in der Innenstadt relativ knapp sind fuhr die Franzi in ein Parkhaus, leerte ihre Tasche, damit sie nicht so viel mit sich rumschleppen musste und machte sich auf den Weg zur Bank. Dummerweise stellte sie beim Betreten der Bank fest, dass sie ihren Kalender mit den Kopien im Auto hatte liegen lassen. Also musste sie zurück zum Auto, wo sie einen Notruf aus dem Büro entgegen nahm und sofort dorthin zurück kehren musste.
Nach dem Englischkurs am Nachmittag startete sie dann einen neuen Versuch. Diesmal hatte sie alle Unterlagen dabei, dafür hatte der Manager keine Zeit und bat sie am nächsten Tag wieder zu kommen. Die Franzi wehrte sich entschieden und bekam schließlich ihre beglaubigte Kopie. Als sie diese vor der Tür in einen Briefumschlag stecken wollte, riss der Wind sie ihr aus der Hand und sie musste die halbe Fußgängerzone hinter ihrer Kopie her hechten. Es gelang ihr schließlich sie einzufangen und einzutüten und in einen nahegelegenen Briefkasten zu werfen. Erst nachdem die Franzi den Brief eingeworfen hatte stellte sie fest, dass der Briefkasten aus zwei Briefkästen bestand, von denen einer nicht mehr in Betrieb war. In diesem hatte die Franzi ihren Brief versenkt.
Jetzt hofft die Franzi, dass dieser Briefkasten nicht nur alle 10 Jahre geleert wird und dass ihr Brief auf dem Weg zur Bank ist. Sollte dem nicht so sein akzeptiert dies die Franzi als einen Wink des Schicksals.
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