Sunday, April 06, 2008

Familientreffen in Frankfurt


Am Samstag fand in der Franzi-Familie ein Familientreffen der besonderen Art statt. Man begab sich nämlich zum Fußballspiel der Eintracht gegen den Club aus Nürnberg in die Commerzbank-Arena in Frankfurt.
Eigentlich würde die Franzi ihre Familie, abgesehen von einigen Cousins und Cousinen, nicht als fußballverrückt bezeichnen. Der Cousin von Franzis Cousine arbeitet jedoch bei der Eintracht in der EDV-Abteilung und hatte daher der Cousine ein Familientreffen zu ihrem 30. Geburtstag im September in der Arena geschenkt. Und so reisten alle an, aus Nah und Fern, um in der sehr schönen Commerzbank-Arena dem Skandalspiel (mehr dazu unten) der Saison beizuwohnen.
Was die Franzi sehr beeindruckte war das wirklich schöne Stadion und die gute Stimmung im Fanblock der Eintracht, die durch den Adler Attila noch unterstützt wurde. Da wurden Fahnen geschwenkt, Lieder gesungen und geschunkelt.
Die Franzi war jedoch sehr schockiert, als sie mit ihrer Cousine das Örtchen aufsuchte und dort feststellen musste, dass die Wasserspülung nicht funktionierte. Sie wies eine Platzanweiserin darauf hin, die ihr antwortete, dass bei solchen Großveranstaltungen, es waren immerhin 51.500 Fans im Stadion, leider der Wasserdruck zum Spülen nicht mehr ausreiche. Nichts für ungut, dachte sich die Franzi, wenn dies in einem Entwicklungsland vorgefallen wäre, aber chronisch verstopfte Toiletten in einem WM-Stadion - das geht gar nicht.
Die Partie an sich war nicht durch besonders aufregenden Fußball gekennzeichnet, die Eintracht verschlief mehr oder weniger das ganze Spiel und der Club aus Nürnberg schaffte es zumindest einige Akzente zu setzen. Besonders engagiert zeigten sich die Nürnberger Fans, die nach ca. 30 min. Spielverlauf dazu übergingen Feuerwerkskörper auf den Rasen und die gegnerischen Fans zu werfen, was natürlich strengstens verboten war, wie der Stadionsprecher mehrfach mitteilte.
Diese Ermahnungen und das ständige Ausgebuhe durch die Frankfurter, sowie die Abstiegsgefährdung der Nürnberger Kicker verleitete die Damen und Herren nur zum vermehrten Gebrauch der pyrotechnischen Geschosse.
Der Schiedsrichter unterbrach die Partie konsequent und setzte sie erst 20 min. später fort, mit der Auflage, dass er das Spiel ganz abbrechen würde, sollte ein weiterer Feuerwerkskörper auf das Spielfeld fliegen. Vorher wurde noch die Polizei in den Fanblock geschickt um die Fans ordentlich aufzumischen. Der Rest des Spiels verlief sehr friedlich, auf Frankfurter Seite sogar einschläfernd friedlich, weshalb eine 1:3 Niederlage gegen den Abstiegskandidaten doch sehr verdient war.
In den stürmischen Frankfurter Abend entlassen machte sich die Franzi-Familie dann auf zur Äppelwoi-Kneipe, um dort gemütlich zusammen zu sitzen, einen Bembel nach dem anderen zu leeren und zünftig zu speisen. Die Bedienung war auch ganz hervorragend, die Nürnberger hatte er für den gestrigen Tag glatt von der Karte gestrichen und den kastrierten Äppelwoi (ohne Alkoholgehalt) servierte er nur unter ständigem sich bekreuzigen und sehr widerwillig.

No comments: