Wednesday, September 13, 2006

Kunming China 13.09.2006


Boah, es ist geschafft, endlich haben wir mal wieder ein Internetcafe gefunden. Aber ich erzaehle von vorne, denn die Zeit ist knapp.
Von Hanoi ging's mit Vietnam Airlines nach Kunming, der Stadt des ewigen Fruehlings. Wir flogen Business Class, schon geil, vor allem die Business Class Lounge, in die wir vorher verfrachtet wurden. Marlies und ich waren wirklich nur nach am verrueckt kichern, vor lauter Aufregung ueber unser Glueck.
In Kunming angekommen regnete es, und das Thermometer zeigte 18 Grad, also verdammt kalt. Sabine und Gerd (der Professor) waren schon einen Tag frueher gekommen und Anselm kam am Nachmittag noch an. Uns schlossen sich dann noch zwei Professoren der FH Muenchen fuer Tourismus an, die uns auf dieser Reise zu den touristischen Attraktionen begleiten.
Essen war ein totaler Act, denn die Speisekarte gibt's natuerlich nur auf Chinesisch und keiner versteht Englisch. Voll deprimierende, Gerd zeigte immer auf irgendwelche Gerichte auf der Speisekarte, viel vegetarisches war da nicht dabei, aber das was kam, war sehr lecker. Cool ist, wie man hier isst, alle sitzen um einen runden Tisch, auf dessen Mitte eine drehbare Scheibe steht. Alle Gerichte werden dort abgestellt und man greift mit seinen Staebchen das heraus, was man moechte. Essen macht echt spass, wenn man den Umgang mit den Staebchen erstmal beherrscht.
Am naechsten Tag kam dann der Rest der Gruppe aus Thailand und Brixen angereist. Die Ankunft begann schon gleich mit einem Eklat, als Daniela der Taxifahrerin mit ihrem Koffer das Autoruecklicht abschlug und dann eine Kompensation verweigerte. Das ganze war auch etwas ungluecklich, weil die Taxifrau den Koffer mit Daniela aus dem Auto hob und ihn fallen liess, so dass er Daniela aus der Hand rutschte. Die Fahrerin sah ihre Mitschuld jedoch nicht ein und versuchte Daniela durch Handgreiflichkeiten davon zu ueberzeugen zu zahlen. Sie wollte 20 Dollar, soviel kostet ein Ruecklicht hier niemals. Naja, sie verfolgte uns dann noch den ganzen Abend und schimpfte jedes Mal laut, wenn wir an ihr vorbei gingen. Was sie in der Zeit alles durch Taxifahren verdienen haette koennen...
Am Sonntag stand der Stone Forest auf dem Programm, das ist ein riesiges Gelaende mit lauter Steinen, ein chinesisches Naturwunder. Das bedeutete natuerlich auch, dass bestimmt 300 Millionen Chinesen an diesem Tag durch dieses Naturwunder wandelten. Also, ich habe nicht verstanden was daran so toll sein soll, und 14 Euro war der Eintritt bestimmt nicht wert.
Abends gab's dann gemeinsames Abendessen und den ersten Streit, denn 12 ist eine viel zu grosse Gruppe und die Vorbereitung der Projekte war nicht so gelaufen, wie es sich Gerd vorgestellt hatte.
Am Montag stand dann das erste Projekt an, ein Besuch bei der Yunnan University. Vorher waren wir jedoch noch in einem Tea Shop. Dort wird Teetrinken noch zelebriert. Am Schluss hatten wir alle so viel Tee intus, dass wir kaum noch was kaufen konnten, so dringend mussten wir aufs Klo.
An der Yunnan University durften wir dann mit Studenten des Fachbereichs Social Science ueber ihr Studium und ueber Minority issues, Aids und unser Leben als Studenten reden. Das war wirklich sehr interessant, denn in dieser Region leben sehr viele Minderheiten, die jedoch total mandarinisiert werden. Das Abendessen ging auf Kosten der Fakultaet in der Unimensa, aber nicht zu vergleichen mit unserer Mensa. Im Anschluss trafen wir uns mit Qian Jie vom Centre for Biodiversity and indiginous studies, die uns von ihrer Arbeit zum Schutz von Minoritaeten und Umwelt berichtete. Sehr interessant, sie sprach jedoch in ellenlangen Monologen, es klang alles sehr auswendig gelernt.
Dienstag frueh waren Julia, Marlies und ich dann noch mit den Touristen Theo und Volker in einem Park unterwegs, dessen See von lauter kleinen Tempeln gesaeumt wurde in denen ganz viele Senioren musizierten. Das war eine einzige Kakophonie. Ausserdem war der Park Heimat vieler Tanzvereine, die dort probten, Chorsaenger, Thai Chi Gruppen etc. Alles was man bei uns in einer Turnhalle praktiziert wird hier im Park gemacht.
Um 12h war dann Abfahrt zum Flughafen und der Flug nach Xian.

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