Sunday, August 12, 2007

Nabucco, oder können die auch mal die Klappe halten

Am Freitag machte sich die Franzi auf nach Klausen. Dort wurde sie von ihren Eltern und deren Freunden aus Ulm im extra für die Fahrt gemieteten Minibus aufgelesen und es ging nach Bardolino, an den Gardasee. Die Franzi hatte nämlich zu ihrem 25. Geburtstag von ihren Eltern einen Kurzausflug an den Gardasee bekommen inklusive eines Besuchs der Arena di Verona.

In Bardolino angekommen musste die Franzi feststellen, dass am Gardasee mehr Deutsch gesprochen wird als in einigen Teilen Berlins.

Nach einem geschmacklich fragwürdigen Mittagessen im Strandbad Mirabello ging’s los nach Verona, wo es pünktlich mit der Einfahrt der kleinen Gruppe anfing zu regnen. Zum Glück hatte man die kleinen, äußerst kleidsamen Tütenponchos zur Hand, so dass es in der Tat gelang halbwegs trocken zu bleiben. Nach der Inspektion mehrerer Gelaterie begab man sich schließlich in die Arena. Nabucco stand auf dem Spielplan und die Franzi übertreibt nicht, wenn sie sagt, dass Herr Verdi diese Oper ob ihrer verworrenen Geschichte wohl in einer Zeit leichter geistiger Umnebelung geschrieben hat. Leider konnten auch das Bühnenbild und die schauspielerische Leistung der Akteure keinen klaren Handlungsfaden erkennen lassen, so dass die Franzi der Geschichte nur mit Hilfe des Opernführers folgen konnte. Die Musik, dass muss die Franzi Herrn Verdi zugestehen ist wirklich wunderbar, nur den Gesang hätte man sich sparen können. Besonders die einzelnen Arien, bei denen die Frauen vor sich hin trällerten als hätten sie Schluckauf, die Männer brummten als befände sich auf der Bühne ein aufgeregter Bienenschwarm, das war doch mehr als gewöhnungsbedürftig. Sobald Männer und Frauen jedoch gemeinsam im Chor sangen konnte die Franzi durchaus verstehen, was an Oper so faszinierend sein kann. Und obwohl die Arena halb leer war, war die Stimmung doch fast ausgelassener als auf einem Pop-Konzert. Besonders ein Herr in Block A erfreute, der nach jedem Satz „bravi“ oder „bravissimi“ schrie und sich sogar nach dem letzten Akt zu einem „Viva Verdi“ hinreißen ließ.

Es war ein ziemlich beeindruckendes Spektakel, und auch wenn die Franzi die klassische Musik ohne begleitenden Gesang vorzieht, so würde sie sich jederzeit bereit erklären die Arena erneut aufzusuchen, dann aber mit Decken und Wollpullovern ausgerüstet.

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