Gestern ereignete sich im Studentenwohnheim der Franzi eine Tragödie griechischen Ausmaßes.
Während die Franzi nichts Böses ahnend in der Küche stand und in ihrem Wok rührte schlich sich eine ältere (ca. 45 jährige) Studentin aus Padua an sie heran, erzählte ihr, dass es wirklich schade sei, dass die Schulen hier nicht italienisch seien, und dass überhaupt die italienische Sprache in Südtirol nicht gleichberechtigt sei. Im Grunde konnte die Franzi ihr nur zustimmen, verteidigte dann aber die Südtiroler und sagte, dass auf Grund der Geschichte erst ein wenig Zeit vergehen muss, bevor auch Südtirol so weit sei zweisprachige Schulen zu wagen, obwohl sich innerhalb der letzten Jahre schon einiges verändert habe. Die Paduanerin hörte ihr gar nicht zu und sagte, dass alle Südtiroler Traditionalisten und Nationalisten seien, was die Franzi nicht kommentierte und stattdessen noch mal auf den geschichtlichen Hintergrund verwies. Schließlich ist es eine Tatsache, dass Minderheiten, die unterdrückt werden oft sehr traditionell und nationalistisch sind. Die Paduanerin hörte der Franzi anscheinend nicht richtig zu, denn ihre nächste Frage war doch tatsächlich: „Aber warum sprechen die überhaupt Deutsch hier?“ Die Franzi setzte zu einer Erklärung an, und merkte schon bald, dass sie besser kein Gespräch mit dieser Damen angefangen hätte. Ihr Gegenüber wiederholte tatsächlich jeden Satz: „Also, dann waren wirklich hier mal Deutsche?“. „Südtirol gehörte früher zu Tirol und war damit Teil des Königreiches Österreich-Ungarn.“ „Ach so, dann sprechen die ja deutsch hier, oder?“ „Ganz genau, einen Dialekt, und ihre Hochsprache ist das österreichische Deutsch.“ „Ach ne, dann sprechen die ja Deutsch hier.“
Man kann sich vortsellen wie erleichtert
1 comment:
Sehr cool, Franzi! Diese Panik kenne ich auch von anderen
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