Tuesday, March 11, 2008

Auf St. Pauli rocken


Das machte die Franzi am Montag. Ihr Zug nach Hamburg war natürlich auf Grund des nicht stattfindenden Bahnstreiks abgesagt worden, so dass sie um 7:15 einen völlig überfüllten ICE in Mannheim bestieg. An Sitzplätze war überhaupt nicht zu denken, was die Franzi in ihrer Arbeitsplanung für die Präsentation der Laureatsarbeit ein wenig zurück warf. Die Fahrt gestaltete sich dann jedoch einigermaßen angenehm, und auch die Abteilmitnutzer waren ganz angenehm.

In Hamburg angekommen ließ sich die Franzi an der Touriinfo erstmal mit einem Stadt- und S-Bahnplan ausstatten und machte sich dann auf den Weg in ihr Hostel, wo sie gesagt bekam, dass das Zimmer noch nicht fertig sei. Also deponierte sie alle ihre Sachen dort und lief die Königsstraße entlang zur Reeperbahn und zum St. Pauli Theater, wo Bryan Adams am Abend seinen Promotiongig spielen sollte. Am Theater nervte sie die Dame an der Kasse mit Fragen nach den Tickets und erhielt nur unbefriedigende Antworten. Immerhin waren die Plätze wohl nummeriert, so dass sich ein langes Warten vor dem Tickethäuschen vermeiden lies. Als sie gerade das Theater verlassen wollte begegnete sie einer Gruppe von Fans, unter denen sich auch ihr Gastgeber des Abends befand. Jim hatte mit diesem Beitrag (Achtung Striptease) beim songwriters.de Gewinnspiel teilgenommen und für sich und seine 11 Freunde (das neue Album heißt 11, falls das noch niemand mitbekommen hat) Tickets für diese einmalige Veranstaltung gewonnen und von diesen netterweise eins an die Franzi abgetreten, die er nur vom BA Webboard kannte. Gemeinsam beschlossen die 7 "Freunde" (einige fehlten noch) sich ein wenig die Stadt ansehen zu gehen, schließlich würden die Tickets erst ab 19 Uhr zum Abholen bereit liegen. Jim, so stellte sich heraus, ist ein absolut verrücktes Huhn. Er war auf über 150 BA Konzerten, ist eigentlich Amerikaner aber für seine große Liebe nach Deutschland gezogen, die er, man kann es kaum glauben, auf dem BA Webboard kennen gelernt hat. Der lustige Trupp, bestehend aus 4 Deutschen, einer Russin und zwei Amerikanern zog unter großem Gelächter, unterhalten durch Jims lustige Geschichten mit BA und der Band zu den Landungsbrücken und dann hinüber in die Speicherstadt, wo sie im Hamburg Dungeon zwischen Skeletten und halb-toten ein ausgiebiges Mittagessen zu sich nahmen. Dabei stellte sich heraus, dass Jim der legendäre Jim war, der auf einem Konzert BA zugerufen hatte "I wanna be your Unterhose" in Anlehnung an das Lied " I wanna be your underwear", was die Franzi auf einigen Bootlegs deutlich heraushören konnte. Die Zeit verging wie im Fluge und nach einem kurzen Abstecher ins Hostel, traf man sich um 17:30 vor dem St. Pauli Theater wieder. Die inzwischen eingetroffenen Securities hatten mal wieder keine Ahnung von nichts, was die anwesenden Fans etwas beunruhigte. Es trafen jedoch immer mehr Leute ein, die die Franzi bisher nur aus dem Internet kannte, einige hatte sie auch schon vorher auf Konzerten getroffen. Es fand sozusagen ein riesiges Fanfest vor den Toren des Theaters statt. Gegen 18:30 trafen dann auch die letzten der 11 ein, eine Dame aus Dänemark und vier weitere Deutsche. Die Ticketabholung und der Einlass verliefen im Gegensatz zu sonst völlig stressfrei. Die Angestellten kontrollierten nicht mal die Taschen nach Getränken und die Franzi saß mit ihrem Trupp in der 7. Reihe in einem Theater, was kaum größer war als ein Kinosaal.Jim begann kurz vor 20 Uhr dann damit der Menge einzuheizen. Er stand auf, besang BA und animierte den Rest, der doch etwas faul auf seinem Hintern rumsaß dazu zumindest aufzustehen. Ein Ordner wies ihn schließlich zurecht, er sei zu laut!!!! Hallooo!! Wie können Fans auf einem Konzert zu laut sein?BA kam um kurz nach acht auf die Bühne griff sich seine Akustik-Gitarre und legte gleich mit dem neuen Song "Tonight we have the stars" los, der für seinen Titel erstaunlich rockig war und gut ankam. Einziges Manko waren die ganzen Sitze. Die Franzi fand es völlig ungewöhnlich während eines Konzerts zu sitzen. Er begrüßte das Publikum und besonders Jim, von dem er erzählte, dass er Jim schon seit 25 Jahren kenne und dass er ein sehr treuer Fan sei. Jim sei auch bei dem Unplugged Konzert für MTV dabei gewesen und hätte so laut mitgesungen, dass sie ihn aus der Aufnahme herausschneiden mussten. Dann kicherte er ein wenig, bedankte sich bei einem Mädel für eine Mundharmonika und erklärte, dass er sie gleich für den nächsten Song benutzen werde. "Back to you" stand auf dem Plan und die Franzi hielt nichts mehr in ihrem Sitz. Sich der Missbilligung der hinter ihr sitzenden erwehrend stand sie auf und rockte erstmal ordentlich mit, was auch einige andere zum Aufstehen veranlasste. Dann erklärte BA, dass er eigentlich ein Akustik-Album aufnehmen wollte, die Bandmitglieder sich jedoch beschwert hätten, dass sie dann ein Jahr arbeitslos wären worauf die Franzi rief "und wo ist Keith?!" was BA zu einem grinsen veranlasste und zu der Aussage veranlasste, dass Herr Scott an diesem Abend anderweitig beschäftigt sei. Er kündigte an, ein neues Lied spielen zu wollen, was er bisher noch nie auf der Promotour gespielt hatte, und sagte "I'm probably going to fuck that one up properly". Gespielt wurde dann die neue Single "I thought I'd seen everything", bei der er sich gleich nach den ersten zwei Akkorden verspielte und grinsend sagte "see, I already did it!" Also fing er nochmal von vorne an und diesmal gelang es ganz gut.Dann kommentierte er, dass es für ihn sehr ungewöhnlich sei in einem Theater zu spielen, und dass die ganze Tour bisher sehr ungewöhnlich gewesen sei. In Barcelona in einem Zelt, in Mailand im Dolce und Gabanna Theater wo normalerweise die Modeschauen sind und am Dienstag in London in einer Kirche. Jim rief ihm zu, dass es auch für uns sehr ungewöhnlich sei und er Probleme damit hätte auf seinem Stuhl sitzen zu bleiben, worauf BA sagte: "na dann steht doch auf!", was schließlich auch alle taten, denn der nächste Song war "Summer of 69". Das Publikum rockte gut mit, und schwenkte im Anschluss zu Heaven, das ein Wunsch aus dem Publikum gewesen war ordentlich die Feuerzeuge. Da seine Gitarre total verstimmt war lies er sich eine neue auf die Bühne bringen, auch die war verstimmt und BA versicherte uns, dass sie, als er sie am Vormittag gekauft hatte noch sehr gut gestimmt gewesen wäre. Während des gesamten Konzerts knackte das Mikro auf unanständige Art und Weise. BA kommentierte das mit einem "Are you having Popcorn in here? I'd like some too!". Er spielte noch Oxygen, Run to you, Something to believe in, Cuts like a knife und Please forgive me, bevor er von der Bühne ging. Das inzwischen zu Leben erwachte Publikum klatschte ihn jedoch zurück und mit den Worten "I said I was only going to play 11 songs, and now I'll have to play one more, therefore I'll be out of here in 11 seconds" spielte er The only thing that looks good on me.Dann war's vorbei, knappe 50 Minuten auf der Bühne und die Franzi hat sich sehr gut amüsiert. Als der werte BA dann aus dem Backstage-Ausgang kam und von einer Traube Menschen fast erdrückt wurde konnte die Franzi noch ein ausgezeichnetes Foto schießen und sich von einem anderen Fan mit einem blauen Edding auf ihre weiße Jacke malen lassen. Ein sehr gelungener Abend.Im Anschluss ging sie dann mit ein paar anderen sogenannten Baddies zu Schweinske einen Happen essen und das Konzert rekapitulieren. Grandios war's gewesen und die Franzi lief frohen Mutes zurück ins Hostel um sich ein wenig aufs Ohr zu legen.

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