Sunday, March 02, 2008

Wie aus den Kölner Haien keine Fischkroketten wurden


Am Sonntag stand ein gemeinsames Familienfrühstück bei Franzis Cousine auf dem Programm, was die Franzi ausgiebig genoss. Dann guckten sich die Cousinen und Cousins Fotos von Madrid und vom Aufenthalt des Franzi-Cousins in Australien an, während die Franzi-Eltern einen Erwachsenenspaziergang machten

Gemeinsam ging es danach zur Köln Arena zum Spiel der Mannheimer Adler gegen die Kölner Haie. Die Adler und die Haie gehören zu den besten deutschen Eishockeyvereinen und der Franzi-Cousin und der Cousinen-Mann sind beide große Fans der Haie, während die Franzi-Eltern für ihren Lokalmatador die Adler die Daumen halten. Die Franzi findet beim Eishockey vor Allem die Stimmung und die Fangesänge faszinierend. Wenn die Fans der Adler den Haien ständig androhen aus ihnen "Fischkroketten zu machen", besingen die Haie Fans ihren "Meister vom Dom", was von den Adler Fans natürlich sofort in die "Scheiße vom Dom" umgewandelt wird. Während die Haie schon seit Bestehen der Köln Arena dort auf dem Eis spielen, wurde für die Adler erst im vorletzten Jahr eine eigene Arena, gesponsert vom SAP-Fritzen Dietmar Hopp, erbaut, die den einfallsreichen Namen SAP-Arena trägt. Vorher spielten sie in einem kleinen Eisstadion mit offenen Seiten, in dem sich die Fans zu Tode froren. Die Adler-Fans verstehen also etwas von Stimmung, und die war in der Köln Arena vor Allem in der Adler-Kurve sehr gut, zumal die Adler eiskalt 2:0 in Führung gingen. Daraufhin kamen die Köln Fans auch ein wenig in Schwung und feuerten ihre Mannschaft an, was schlussendlich zu einem 4:2 Erfolg der Haie über die Adler führte.

Es ist natürlich keine Frage, dass Mannheimer schlecht verlieren können, was sich nach dem Spiel in einigen fast-Schlägereien äußerte. Auch die Franzi wurde blöd von der Seite angemacht und als Haie-Fan angesehen. Als sie versuchte das Missverständnis aufzuklären und sagte, sie käme in der Tat aus einem Ort direkt vor Mannheim erntete sie nur ungläubige Blicke und ein ‚im Lebe net'. Der Franzi fehlte wohl der passende Dialekt.

Das gemeinsame Abschlussessen fand beim Mexikaner statt. Die Franzi-Eltern machten sich auf den Weg zum Bahnhof und die Franzi fuhr mit ihrem Cousin in die Innenstadt zu dessen Wohnung. Sie beschlossen noch gemeinsam ins Kino zu gehen und sich Johnny Depp in Sweeney Todd anzusehen, was sich als ein recht blutiger Musical-Film herausstellte. Trotzdem ist das Trio Burton, Bonham-Carter und Depp auch in diesem Film einfach genial und der singende Johnny Depp war auch ein Erlebnis. Etwas verleidet wurde der Franzi der Kinogenuss, als der Herr hinter ihr seine Maukis auspackte, und deren Odeur der Franzi Nase permanent zusetzte. Fast hätte sie sich umgedreht und ihn gebeten sich die Schuhe wieder anzuziehen. Stattdessen entschloss sie sich durch ihren Pulli zu atmen, was die Luftqualität schlagartig verbesserte.

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